Rechtlicher Blog Schmerzensgeld

Blog aus dem Medizinrecht

5. Februar 2024

Behandlungsfehler: Teilamputation der rechten Hand wegen zu spät behandelter Ischämie

Schmerzensgeld: 50.000,00 € Hintergrund: Der damalige 41-jährige Kläger war Diabetes-Patient mit zugleich chronischem Verschluss der Arteria ulnaris (Ellenarterie). Im Behandlungsverlauf verpassten es die damaligen Behandler eine dringend erforderliche gefäßinvasive Maßnahme rechtzeitig durchzuführen. Es stellte sich eine Ischämie und eine damit verbundene Minderdurchblutung in der rechten Hand ein. Dem Patienten mussten daraufhin der Daumen, Zeigefinger und […]

25. Januar 2024

Behandlungsfehler: Nichterkennen eines Melanoms

LG Köln, Urt. v. 07.03.2023, Az.: 3 O 125/20 Schmerzensgeld: 120.000,00 € Hintergrund: Nichterkennen einen Melanoms hinter dem Ohr durch den Hautarzt, hierdurch kam es zu einer Metastasierung in Lymphknoten, Lunge, Leber und Knochen. Die noch junge  Klägerin litt zudem erheblich unter den Nebenwirkungen der erforderlichen Krebsmedikamente (u.a. Polyneuropathie). Die Klägerin wurde in der Folge […]

15. Januar 2024

Schmerzensgeld: Nicht erkannter Darmkrebs aufgrund unterlassener Darmspiegelung

OLG Braunschweig, Urt. v. 12.04.2019, Az.: 9 U 129/15 Schmerzensgeld: 70.000,00€ Hintergrund: Arzt (Internist) verzichtete auf Darmspiegelung trotz zum Teil heftiger Blutungen der Patientin aus dem Anus. Darmkrebs wurde erst etwa 9 Monate später als „Zufallsbefund“ im Krankenhaus entdeckt, als sich die Patientin dort wegen eines anderen Leidens in Behandlung befand. Leider hatte sich bereits […]

Schmerzensgeld: Kniefraktur nach Rodelunfall

OLG München, Urt. v. 23.02.2022, Az.: 7 U 1195/21 Schmerzensgeld: 15.000,00€ Hintergrund: Der Beklagte fuhr mit einer Zeugin auf einem Schlitten bergabwärts in Richtung See. Dabei sah er den Kläger vor sich den Berg aufsteigen. Er wollte ihm ausweichen und bremste, allerdings kam es dennoch zu einer Kollision. Folge von der Kollision war eine Kniefraktur […]

30. Januar 2023

Schmerzensgeld: Produkthaftung bei Einbau einer fehlerhaften Hüftgelenksprothese

OLG Karlsruhe, Urt. v. 08.06.2020, Az.: 14 U 171/18 Schmerzensgeld: 25.000,00 € Produktfehler: Dem Kläger wurde eine Hüftgelenksendoprothese mit erhöhtem Metallabrieb eingebaut. Hintergrund: Die „defekte“ Prothese führte zu Osteolysen (also: erhöhter Knochenabbau) am Trochanter major (obere Außenseite des Oberschenkelknochens). Deshalb wurde eine Operation zum Wechsel der Prothese notwendig. Für die Bemessung des Schmerzensgeldes war für den Senat […]