Das Medizinrecht ist ein komplexes und vielseitiges Rechtsgebiet, das sich mit allen Aspekten des Gesundheitswesens befasst. In unserem Blogbeitrag werden aktuelle Fälle aus unserer Praxis und Entscheidungen aus dem Medizinrecht vorgestellt.
OLG Bamberg, Urt. v. 24.04.2023, Az.: 4 U 16/20 Schmerzensgeld: 350.000,00 € Hintergrund: Aufgrund einer Uterusruptur durch die eine Unterversorgung der Klägerin eingetreten ist, erlitt diese eine Asphyxie sowie in der Folge eine schwere Zerebralparese mit Tetraspastik. Verantwortlich hierfür war ein festgestellter Befunderhebungsfehler: Unterlassene punktuelle Kontrolle fetaler Herztöne im Hochrisiko‑Setting zwischen 9:00 und 9:35 Uhr. […]
LG Bielefeld, Urt. v. 28.02.2025, Az.: 4 O 328/22 Schmerzensgeld: 25.000,00 € Hintergrund: Die Klägerin erlitt eine dauerhafte Stimmbeeinträchtigung (Heiserkeit) durch die behandlungsfehlerhafte Abtragung eines leichten beidseitigen Reinke-Ödems. Der Eingriff war behandlungsfehlerhaft, da bereits keine medizinische Indikation für die Behandlung bestand. Die Klägerin hatte keine Stimmveränderung aufgrund des Ödems und war symptomfrei. Die Operation wäre […]
OLG Schleswig, Urt. v. 08.03.2024, Az.: 7 U 128/23 Schmerzensgeld: 70.000,00 € Hintergrund: Die 85-jährige Klägerin erlitt aufgrund eines LKW-Überrolltraumas eine Gesichtsfraktur, eine Riss-/Quetschwunde am Hinterkopf, einen hypovolämen Schock – durch hohen Blutverlust –, Bänderzerrungen im Bereich der Halswirbelsäule; einen Zahnverlust (21) und eine Implantatlockerung (22). Insbesondere musste in der Folge des Unfalls der linke […]
OLG Frankfurt am Main, Urt. v. 18.02.2025, Az.: 8 U 8/21 Schmerzensgeld: 720.000,00 € Hintergrund: Der Kläger erlitt bei der Geburt schwere Hirnschäden. Zu Lasten des verklagten Klinikums wurden hierbei diverse Behandlungsfehler festgestellt: Zunächst wurde die Betreuung einer Hochrisikoschwangerschaft in einer Klinik ohne neonatologische Intensivstation als grob fehlerhaft eingestuft. Weiterhin wurde es ärztlicherseits versäumt, die […]
OLG Naumburg, Urt. v. 19.12.2023, Az.: 1 U 167/22 Schmerzensgeld: 10.000,00 € Hintergrund: Die 67-jährige Klägerin hat durch einen behandlungsfehlerhaft verspätet erkannten Hörsturz eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit links im Hochtonbereich, die der Taubheit nahekommt, als dauerhaften Gesundheitsschaden erlitten. Die Klägerin hat Probleme bei der Richtungsbestimmung und im Sprachverständnis. Verschlechterungen sind möglich. Die Klägerin muss ein Hörgerät […]